München: Alter israelitischer Friedhof

Lage:
Thalkirchner Str. 240, südlich der Innenstadt. Zu erreichen mit der U-Bahn Linie 3 bis Brudermühlstr., von dort etwa 400 Meter Fußweg. Der Friedhof ist normalerweise nicht zugänglich, ein paar Male im Jahr finden aber Führungen statt, nähere Auskünfte über Termine bei der Israelitischen Kultusgemeinde, Frau Heimann, 089-2024 0021 (Mo-Fo 9-15, Fr 9-14 Uhr).

Beschreibung:
Der Friedhof wurde 1816 eingeweiht, zu einem Zeitpunkt, als etwa 400 Juden in der Stadt lebten. In Einzelfällen finden noch heute dort Bestattungen statt, aber der Friedhof war bereits nach 90 Jahren so dicht belegt, daß im Norden der Stadt, in der Garchinger Str. 37 (U 6, Studentenstadt, nahe dem Nordfriedhof) 1907 ein neuer Friedhof angelegt wurde. Zahlreiche Gräber aus der zweiten Hälfte des 19. und dem frühen 20. Jh. zeugen ebenso vom Wohlstand wie vom Assimilationswillen der dort Begrabenen: die gängigen Elemente der Grab-Ikonographie jener Zeit wurden übernommen, ohne deren religiöse Bedeutung zu hinterfragen. Daneben berichten aber auch viele einfache Gräber von der Zuwanderung ( zwischen 1810 und 1900 wuchs die Gemeinde und von knapp 400 auf fast 8800 Mitglieder an) und von den weniger wohlhabenden Menschen, die hier ihre letzte Ruhe fanden.

Erhaltungszustand:
Sehr gepflegt.

Literatur:
Schwierz, 326.
Karl Schubsky in: Wolfram Selig, Synagogen und jüdische Friedhöfe in München, München 1988, 163-174.