Lübeck - Moisling

Lage:
An der Niendorfer Straße. Man verläßt die Innenstadt über die Moislinger Allee (B 75 in Richtung Bad Oldesloe) und biegt dort, wo der Straßenname sich ändert in die Hamburger Str. links ein in „Am Moislinger Baum“, fährt hinab in ein Flußtal und auf der anderen Seite den „Moislinger Berg“ wieder hinauf. Die zweite Straße nach rechts ist die Niedorfer Straße, an deren linker Seite der Friedhof liegt.

Beschreibung:
Der sehr große Friedhof (über 1000 Gräber) ist von einer hohen Mauer umfaßt, der Eingang ist verschlossen. Wenn man jedoch das Areal umläuft, findet man – vor allem auf der Rückseite, verschiedene Stellen, von denen aus man den Friedhof überblicken kann.

1656 ließen sich die ersten Juden – Flüchtlinge vor Pogromen in Polen und der Ukraine – im dänischen Moisling vor den Toren der Freien und Hansestadt Lübeck, die in ihren Mauern keine Juden duldete, nieder. Die Gemeinde wuchs, ein Friedhof wurde angelegt, auf dem die erste Bestattung 1724 stattfand.
Heute dient der Friedhof der in den letzten Jahren wieder stark angewachsenen jüdischen Gemeinde von Lübeck als Begräbnisort.
In der südöstlichen Ecke liegt ein Gräberfeld für Opfer des KZ Bergen-Belsen.

Bis 1936 bestand ein weiterer Friedhof in Lübeck-St. Lorenz an der Schönböckener Straße.

Erhaltungszustand:
Gepflegt.

Stand: April 2006.

Literatur:
Albrecht Schreiber: Über Zeit und Ewigkeit. Die jüdischen Friedhöfe von Moisling und Lübeck. (= Kleine Hefte zur Stadtgeschichte, 4) Lübeck 1988.

Mehr Photos unter http://www.alemannia-judaica.de/schleswig_holstein_friedhoefe.htm