Cuxhaven

Lage:
Im Brockeswald. Von Cuxhaven-Sahlenburg kommend folgt man der Sahlenburger Chaussee in Richtung Cuxhaven-Zentrum. Zur Rechten hat man den Zentralfriedhof, nachdem man diesen passiert hat, sieht man links im Gehölz den jüdischen Friedhof liegen. An der nächsten Kreuzung fährt man nach links, und folgt dann nach etwa 100 m dem Hinweis zur Gaststätte „Schützenhaus“,wieder nach links, und parkt auf dem Gästeparkplatz. Dort ist ein Zugang zum Brockeswald mit einer erklärenden Tafel. Von da aus hält man halblinks Ausschau nach einem Jägerzaun, knapp 100 m von dem Zugang entfernt.

Beschreibung:
Ein Areal von etwa 20x20 Metern mitten im Brockeswald, umschlossen von einem Jägerzaun, umfaßt etwa 60-80 Grabsteine zwischen dem Anfang des 19. und dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Einzelne Steine sind umgestürzt, und unter dem bodendeckenden Brombeerbewuchs liegen vielleicht auch noch mehr. Die Steine sind von außergewöhnlich guter Materialqualität, es dürfte sich um Granit o.ä. handeln. Es fällt auf, daß einzelne Steine nur hebräische Inschriften tragen, die meisten anderen auf Deutsch nur Kurzinschriften (Name und Todesjahr).

Bemerkenswert die hier abgebildete Grabanlage im Zentrum des Friedhofs: Ein Grab aus dem frühem 20. Jh. ist eingefaßt von einem – inzwischen weitgehend verrosteten – schmiedeeisernen Zaun, in dieser Umfriedung lud eine Bank zum kontemplativen Verweilen am Grab ein. Für mich ist das ein Dokument der Assimilation, der Anpassung an das Grabbesuchungsritual der christlichen Umgebung.


Erhaltungszustand:
Einigermaßen gepflegt.

Stand: Februar 2006.

Literatur:
Frauke Dettmer: Juden im Amt Ritzebüttel und der Stadt Cuxhaven. Cuxhaven o.J.,
S. 69-76 sowie Peter Bussler: Ein Baudenkmal besonderer Art. Der jüdische Friedhof in Cuxhaven, in: Niedersächsisches Heimatblatt Nr. 679 (Juli 2006)